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Ein besonderer Tag

Irgendwie war es ein Tag wie jeder andere. Ich stand wie immer viel zu spät auf, schlüpfte in meine alltäglichen Klamotten, verkürzte die Badzeit durch Katzenwäsche und hetzte zur Bushaltestelle zwei Straßen weiter. Dort erwarteten mich meine besten Freunde Felix und Martina. Sie waren leicht verstimmt als ich ankam. „Na bitte, Tine was hab ich dir gesagt? Er kommt wieder zu spät, sogar an diesem bedeutenden Tag!“, meinte Felix ungehalten. „Also ehrlich mal Pascal, das hätte ich nicht gedacht, dass du heute zu spät kommst. Ich meine, ich verstehe es ja an all den anderen gewöhnlichen Schultagen, aber heute, wo die Campusinvasion von MTV mit 50-Cent, System of the Down, Green Day und anderen Stars an unserer Schule ist, hätte ich ein bisschen mehr Pünktlichkeit erwartet.“, erklärte sie mir, während wir uns in den Bus quetschten. „Mhm ja, sorry man, aber es ging halt nicht eher, ich musste…“, ich überlegte, „noch den Müll raus bringen.“, log ich schnell. „Naja, ist ja auch egal“, sagte Martina und sah mich schief von der Seite an. Dann begann Felix uns auf das Ereignis vorzubereiten. Er zählte den Takt an und wir wussten bescheid. Ich setzte sofort mit meiner Beatbox ein: „Um zhh um zhh um tschakka um tschakka um…“ und Martina begann zu Rappen, unseren eigen Rap, den wir extra für diesen Anlass getextet hatten. Die Leute sahen uns perplex an und so ein alter Opa beschwerte sich: „Hättet ihr wohl die Güte, mit diesem Lärm aufzuhören, schließlich gibt es hier noch mehr Leute außer euch, die dass offensichtlich stört.“ Wir brachen in wahnsinniges Gelächter aus und der Opa starrte uns böse an. Daraufhin hielten wir die Klappe und verzogen uns weiter nach hinten in den Bus. „Haste den Opa gehört?“, meinte Felix. „Der hatte sie doch nicht mehr alle“, sagte Martina. „Mann die Scheiße war doch echt abgefahren oder was?“, stieß ich zwischen mehreren Lachanfällen aus, in die die anderen einfielen. Mittlerweile hatte der Bus unsere Endstation erreicht und wir verließen den Bus. Schon von hier aus sahen wir die Bühne. Sie war auf dem Sportplatz aufgebaut worden. An jedem Eingang war Securitypersonal stationiert, deren Aufgabe es war, nur die Schüler unserer Schule einzulassen, des Albert- Einstein Gymnasiums. Eintrittskarte war der Schülerausweis. Nun als wir an einem Eingang ankamen und rein wollten verlangten zwei dieser Gorillas den Schülerausweis zu sehen. Martina und Felix zogen ihn aus der Tasche und wiesen ihn vor. Sie hatten sich heute Morgen sehr gut vorbereitet. Ich durchsuchte meine Taschen, mein Portemonnaie und meinen Rucksack. „Scheiße“, stieß ich hervor, „ich hab meinen Schülerausweis vergessen. „Tja das kommt davon, wenn man verschläft. Ach nein, morgens noch den Müll raus bringen muss.“, grinste Felix. „Ach komm halts Maul“, fuhr ich ihn an. „Hey Calle, diesen Ton hat er aber nicht verdient, oder ist er etwa schuld daran dass du deinen Ausweis vergessen hast?“, schaltete Martina sich ein. „Nein, hat er natürlich nicht“, räumte ich ein, „Aber die Art wie er’s sagt, die stört mich. Trotzdem sorry Alter.“, sagte ich an Felix gewandt. „Schon gut man.“, meinte dieser, „hat jemand n konstruktiven Vorschlag zu machen? Ne zündende Idee?“ „Wir könnten den Stellvertretenden Direktor Herr Doktor Riemann holen, der kennt dich doch, schließlich hast du bei ihm Geschichte, oder??“, überlegte Martina. „Superidee. Danke Leute.“, meinte ich gerührt. „Ach, ist doch kein Ding. Aber ich hoffe es ist dir ne Lehre in Punkto Pünktlichkeit und Zeitreserve am Morgen!“, grinste Felix mich an. „Au ja, ich denk, dass mich das kurieren wird!“ „Hey sieh mal, du hast Glück, da kommt der Riemann“, deutete Martina in Richtung Schule, wo grad Doktor Riemann herauskam und auf den Eingang an dem wir standen zustrebte. Der eine Gorilla meinte: „Was nu wollt ihr zwei nu rein oder nicht?“ „Nur zu dritt“, entgegnete Felix cool. „Ohne Schülerausweis geht hier gar nix. Strikte Anweisung. Entweder ihr wollt zu zweit rein oder ihr lasst es bleiben.“ Plötzlich stand Doktor Riemann neben dem Securitydienst: „Gibt’s Probleme die Herren?“ „Ja Sir“, antwortete der eine Gorilla dienstbeflissen, „der blonde Junge da will rein hat aber keinen Schülerausweis, er sagt er hätte ihn zu Hause vergessen.“ „Nun das ist aber unschön Pascal“, wandte er sich an mich, „Eigentlich müsste ich dich zur Strafe für soviel Vergesslichkeit draußen lassen, aber bei so einem Großereignis?! Mh, na ja geh rein.“ Und an den Securitydienst gewandt: „Sie haben ihre Sache richtig gemacht, aber dieser Junge gehört zu unserer Schule, der Eintritt ist ihm hiermit genehmigt.“ Und damit entschwand er durch das Tor auf den Sportplatz in Richtung Bühne.

Ich schaffte es grad noch ihm ein „Danke“ hinterher zu rufen, das er nicht mehr hörte. „Also los, auf ins Getümmel und Digitalkameras raus“, rief ich überglücklich und stürzte mich in die Massen vor der Bühne, um mich bis nach vorne durchzudrängeln und noch nen guten Platz direkt vor der Bühne zu erlangen. Meine Freunde folgten mir dicht auf den Fersen. Wir erdrängelten uns unter vielen „Ey“s und „Manno“s Plätze ganz vorne direkt am Rand der Bühne. Dann fieberten wir dem Beginn der Show entgegen. Irgendwo in der Menge stimmten einige Lebensmüde „Durch den Monsun“ von Tokio Hotel an, aber merkten nicht dass die anderen die einstimmten die brutale Verarscheversion sangen. Jedoch nach zwei Minuten Waren die Tokiosinger verstummt, denn die Menge hatte sich strikt gegen diese Lärmbelästigung gewehrt. Stattdessen wurde nun von allen „American Idiot“ von Green Day gegrölt. Man hörte deutlich, dass gegen die Anweisungen schon getrunken worden war, und zwar alles von A wie Amaretto bis Z wie Zwetschkenlikör. Meiner Mutter hatte ich zwar versprochen nichts zu trinken, hab mir aber trotzdem fünf Bier und einen Wodka eingepackt, nur so für alle Fälle. Nun zeigte ich meine Ration meinen Freunden. Martina schüttelte den Kopf. Und Murmelte was das sich ganz klar nach: „Jungs“ anhörte. Ich rechtfertigte mich: „Was denn, ich bin 18 Jahre alt, da ist dann doch nichts dabei, oder?“ Ich bekam nur ein „Pah“ als antwort. Felix aber war begeistert, denn so, erklärte er, hätten wir neun Bier und zweieinhalb Flaschen Wodka. Spätestens jetzt war ich mir hundert pro sicher, dass das ein ultrageiler Tag werden würde. Als erstes waren die Rap und Hip Hopstars dran. Da waren Fifty, Sido, Frauenarzt, Eminem und die Black Eyed Peas. Außerdem kamen dann noch die Pussycatdolls, Madonna, Rihanna und die Suggababes. Nun wurde es interessanter, es kamen Wir sind Helden, Revolverheld, die Sportfreunde Stiller, Silbermond, die Beatsteakes, Green Day, System of the Down, Iron Maiden, die toten Hosen, Marilyn Manson, die Bloodhoundgang und die White Stripes. Den fantastischen krönenden Abschluss bildeten die Ärzte mit ihren 20 größten Hits, dachten alle zumindest. Doch dann kam Rammstein auf die Bühne. Das war ein genialer Abschluss. Alles Rockte! Es war einfach ein fantastischer Tag, von dem ich noch lange zehren würde. Ich hatte zum Glück nicht nur meinen Digitalapparat mit, sondern auch meinen ganz normalen Fotoapparat mit Film, denn schon nach einer halben Stunde war meine Digitalkamera voll. Wir haben getanzt wie wild, gerockt, getobt, gefeiert; gepogt und gesoffen. Es war der Hammer.

Der Tag danach

Oh mein Gott, war das ne kurze Nacht, gestern halb zwei erst ins Bett und nun schon um halb sieben raus, aber pünktlich. So schleppte ich mich also im Halbschlaf ins Bad um mich dort einer genauen Prüfung im Spiegel zu unterziehen. „Ach du scheiße“, dachte ich, ich hatte Augenringe bis zum Mund, rote Augen und total verstrubbelte blonde Haare. Na ja, die Haare ließen sich noch mit Gel in Ordnung bringen, aber für den Rest sah es Übel aus, denn ich konnte mich ja nicht einfach schminken, ich bin schließlich ein Kerl! Egal, da half alles nichts. Nach ausgiebigem Duschen zum wach werden und einer schnellen Rasur, ging ich wieder in mein Zimmer. Dort machte ich mich an meinem mehr oder weniger ordentlichen Schrank zu schaffen. Ich fand mein Schwarzes T-Shirt mit den roten Flammen drauf und mein Hemd mit dem System-of-the-Down-Aufnäher dran. Dazu zog ich meine alten durchlöcherten Baggypants an die ich an den Knien schon abgeschnitten hatte, ich brauchte nämlich eine kurze Hose. So das sah doch ganz gut aus. Dann ging ich hinunter in die Küche, wo ich mir ne Schüssel Cornflakes machte und entspannt as. Schließlich holte ich noch meinen Schulrucksack von oben und verließ das Haus um rechtzeitig zur Bushaltestelle zu kommen. An der Bushaltestelle angekommen stellte ich feste, dass ich der Erste war. Nach fünf Minuten sah ich besorgt auf die Uhr und überlegte ob ich vielleicht die Uhr verstellt hatte, gestern bei der Party, so voll im Suff, was ja zur Folge hätte, dass ich zu spät war. Doch genau in dieser Sekunde kamen Martina und Felix…und hinter ihnen kam der Bus. Unwillkürlich musste ich lächeln. Das war schon eine kuriose Situation, ich war pünktlich und die beiden waren zu spät. Als sie näher kamen, fuhr mich Felix an: „Man was grinste denn so scheiße, du siehst auch nicht besser aus.“ „Nein, ich lach nicht über dich“, erwiderte ich immer noch grinsend, „Ich lach über die Situation, dass ich pünktlich bin und ihr verschlafen habt.“ „Tja bei dir hat es anscheinend gefruchtet“, grinste Martina. Sie war die einzige die richtig frisch und ausgeschlafen aussah, was sie aber sicher nur dem Make-up verdankte. Im Bus unterhielten wir uns über die gestrige Show die wir erlebt hatten. Und gingen einige Ideen für neue Titel durch, die uns nach dem gestrigen Tag voll Inspiration gekommen waren. Bei dieser Gelegenheit setzten wir gleich unseren neuen Studiotermin fest, an dem wir Proben wollten. Bis August wollten wir schließlich noch unser Album „Hop rockt und Rock hippt“ fertig haben. Das würde noch ein hartes Stück Arbeit werden.

In der Schule war es voll sch…ön. In allen Stunden war es das gleiche, die Lehrer stellten zu Beginn der Stunden immense Lese-Aufgaben, von denen der Rest, der nicht geschafft wurde zu Hause gemacht werden musste, damit sie vorne in Ruhe schlafen konnten. Uns Schülern kamen sie damit aber trotzdem ungemein entgegen, denn so konnten auch wir ungestört schlafen, bis das Klingelzeichen uns unsanft aus dem Schlaf riss. Am Ende einer solch schläfrigen Stunde, fragte Felix völlig verwirrt: „Was ham wir n jetzt?“ „Schluss“, gähnte ich. „Hat noch jemand Bock mit zu Netto zu kommen und noch Getränke für den Proberaum zu kaufen?“, fragte Martina. „Ach nee lass ma“, antwortete ich, „ich geh nach Hause und hau mich noch ne weile aufs Ohr, schließlich will ich morgen fit sein und pünktlich am Bus“, grinste ich. „Und du Felix, was ist mit dir?“ „Nee ich auch nicht, will nämlich noch n bissel schlafen, schließlich wollen wir doch morgen wieder lange bis in die Nacht hinein proben. Die Getränke holen ich und Calle morgen vor der Probe mit meiner Maschine. Stimmt’s Calle?“ „Jupp“, bestätigte ich. „Na gut, auch nicht schlecht“, willigte Martina ein, „So kann ich auch noch ein wenig Augenpflege bekommen.“ „Damit de morgen nicht soviel Make-up brauchst ne?!“, ärgerte ich sie. Sie sprang sofort darauf an: „Was soll das jetzt bitte heißen?“ „Nichts“, grinste ich verstohlen Felix an, der sich ebenfalls ein grinsen nicht verkneifen konnte.  Zum Glück kam in diesem Moment der Bus und ersparte damit mir und Felix eine Standpauke von Martina.

Als der Bus an unserer Heimatstation ankam schleppten wir uns aus dem Bus und verabschiedeten uns. Auf dem Nachhauseweg dachte ich über die letzten zwei Tage nach. Wenn doch jeder Tag so wäre, wenig zu tun, viel erleben oder viel schlafen. Aber als mir einfiel wie viel Hausaufgaben wir durch den heutigen, verschlafenen Tag bekommen hatten wurde mir ziemlich schlecht. Bis morgen wäre es schon unter normalen Umständen nicht zu schaffen gewesen und heute war ich dazu noch wahnsinnig müde. Ich konnte also nur hoffen, dass Martina sie machen würde, sodass ich sie abschreiben konnte, oder, dass die Lehrer so müde gewesen waren, dass sie entweder nicht mitbekommen hatten, dass sie Hausaufgaben aufgegeben hatten oder diese vor Müdigkeit längst vergessen haben würden. Im Grunde war’s mir egal, denn ich würde sie so oder so nicht machen.

Mittlerweile war ich zu Hause angekommen. Ich ging in die Küche, wo ich meine kleine Schwester antraf, die soeben die letzte Cornflakespackung leerte und damit meinen Traum von einem leckeren Snack vorm Schlafen wie eine Seifenblase zerplatzen ließ. „Ey Katja, was solln das?“, maulte ich sie vollkommen unberechtigt an. „Hast du sie noch alle mir meine Cornflakes wegzuessen?“ „Ich glaub bei dir sind n paar Schrauben locker, die Cornflakes sind für alle da! Idiot!“, fauchte sie zurück. Genau das war der Normalzustand im Hause Lukas. Ich im Streit mit meiner Schwester, oder andersherum. Müde wie ich war schleppte ich mich erstmal hoch in mein geheiligtes Reich, mein Zimmer. Hier verpackte ich noch schnell die E-Gitarre und steckte die Noten und die Sticks in meine Mappe, die ich notgedrungen auch noch packte. Dann ließ ich mich ohne Umschweife aufs Bett fallen und schlief augenblicklich ein.

Der Mittwoch mit Liebeskummer

Mein Wecker holte mich um halb sieben aus meinem komaartigen Schlaf. Meine Eltern unter mir beschwerten sich lautstark über die Lautstärke des Weckers, denn sie hätten noch schlafen können und noch nicht raus gemusst. Beim vollziehen der allmorgendlichen Prozedur, kam mir mein Traum in den Sinn. Ich hatte von der süßen Rothaarigen geträumt, die vor einer Woche auf unserem Konzert ein Autogramm von mir wollte. Durch Zufall kannte Martina sie von ihrem Tanzkurs und wusste dass sie Anja heißt und 16 Jahre alt ist. Sie ist auch an unserem schönen A-E Gymnasium. Tja und von der Sekunde an, in der ich sie sah und mit ihr redete war ich in sie verschossen. Irgendwie ärgerte es mich auch, denn ich fragte mich, woher die Weiber bloß diese Macht haben uns Willenlos und dadurch oft zu Deppen zu machen. Das ist doch voll scheiße. … und doch irgendwie schön. Letzte Nacht jedenfalls war sie schon meine Freundin und wir waren zusammen am Strand und hatten viel Spass, gingen Baden und schaukelten grade eng aneinandergekuschelt, als mich mein verfluchter Wecker mich aus den süßen Traumen zurück in die gefühlskalte Realität holte. Schade. Ich hätte gern gewusst wie’s weitergeht. Als ich endlich angezogen war und nach unten ging um zu frühstücken, stolperte ich am Treppenende über die Schultasche meiner Schwester: „Scheiße man, KATJA, was solln der Mist! Stell deine verfluchten  Sachen nicht immer mitten in den Weg!“ „Kannst ja einfach aufpassen wo de hintrittst!“, gab sie frech zurück. „Pass bloß auf“, riet ich ihr, „irgendwann werd ich noch zum Elch und dann setzts was! Aber ordentlich!“, drohte ich. „Angeber“, meinte sie nur und: „Wieso zum Elch werden, ich dachte du wärst schon einer.“, lachte sie, schnappte ihre Tasche und sah zu, dass sie aus dem Haus und aus meiner Reichweite kam. Ich kochte vor Wut. „Frechheit“, murmelte ich vor mich hin, „und das ist die Jugend von heute. So was hätten wir uns früher nicht erlaubt, den großen Bruder zu reizen.“ Ich musste unwillkürlich grinsen. Was ich für einen Mist redete. Ich sah auf die Uhr und stellte fest, dass ich dringends frühstücken musste. Beim Verlassen des Hauses zehn Minuten später überlegte ich, ob ich alles dabei hatte. Ja, Geld für die Getränke, Sticks, E-Gitarre, Kabel und Plektren. Alles dabei. Ich ging zur Bushaltestelle, wo Martina und Felix bereits auf mich warteten. „Was denn, schon wieder pünktlich? Du willst dich doch nicht wirklich ändern?“, bemerkte Martina ironisch, und spielte dabei auf die zig gescheiterten Änderungsversuche an. „Danke für nette Begrüßung“, dachte ich mir. „Leck mich“, grüßte ich sie freundlich zurück. Felix grinste nur. „Wieder stress mit dem Schwesterherz?“, fragte er, „Tja, Schwester am Morgen bringt Kummer und Sorgen.“ „Und Schmerzen“, ergänzte ich gereizt, wobei ich an mein Schienbein dachte, dass ich mir unsanft an der letzten Treppenstufe gestoßen hatte. Nur wegen diesem Biest von Schwester und ihrer blöden Tasche. Das nächste was mich aufregte war, dass unser normaler Bus ausfiel, denn der Bus kam erst dann als der nächste auf dem Plan stand. Doch die nun folgende Überraschung entschädigte mich für alles das Leid, was ich an diesem Morgen schon erlitten hatte. Beim Einsteigen war ich der Letzte von uns dreien. Ich sah, dass hinten im Bus nur noch drei Plätze frei waren. Eine Doppelbank und ein Platz auf einer Doppelbank, wobei der andere Platz besetzt war. Die Doppelbank war von Martina und Felix in Beschlag genommen worden, war ja klar und ich durfte wahrscheinlich neben einem alten Opa sitzen oder so. Das dachte ich denn ich konnte den Platz nicht einsehen. Als ich mich setzte sah ich wer es war. Es war Anja, die süße Rothaarige. Mein Herz begann zu klopfen und meine Eingeweide verkrampften sich. „Hi“, sagte sie an mich und meine Freunde gerichtet. „Tach“ und „Hi“, antworteten Felix und Martina. Ich hatte einen Kloß im Hals. Sie hatte mich angesprochen. Ich war verunsichert. „Äh…Hallo“, presste ich raus und mein Gesicht brannte. Ich war sicher rot wie eine Tomate. Oh Gott, wie peinlich! Das war’s was ich meinte mit zum Deppen machen. Doch sie lächelte mich an. Das war total entschädigend. Bestätigung suchend schaute ich zu Martina und Felix, die aber nur blöd grinsten. „Unwiegetsdichso?“, brachte ich an Anja gerichtet heraus und mir wurde noch heißer. „Gut.“, antwortete sie. „Wann habt ihr euer nächstes Konzi?“ Ich glotzte sie doof an. Martina kam mir zu Hilfe: „Diese Woche Sonntag. Im alten Speicher am See. Um acht geht’s los, bis etwa zwölf.“ Anja lächelte mich wieder an. „Na dann Tschüss ihr beiden.“, verabschiedete sie sich von Martina und Felix. „Wir sehen uns am Sonntag, Pascal.“, sagte sie zu mir. Dann stieg sie aus dem Bus. Ich war wie elektrisiert. Sie hatte meinen Namen genannt, sie hatte sich speziell an mich gewandt und sie freute sich darauf mich am Sonntag zu sehen. Da bemerkte ich Felix und Martinas gegiggel. „Was’n?“ fragte ich. „Oooch ist klein Pasci verliebt?!“, meinte Martina nur. „Und, was ist da dabei?“, hakte ich nach und ärgerte mich darüber, dass ich ihnen von meinen Gefühlen für dieses Mädchen erzählt hatte. Zum Glück mussten wir jetzt aussteigen, da wir die Schule erreicht hatten. Leider. Von mir aus hätte diese Fahrt ewig dauern können. Ich neben Anja, einfach herrlich.

Ein Quietschen riss mich aus meinen Gedanken. Ein Auto hatte wegen mir bremsen müssen, weil ich in alter Manier bei Rot über die Straße gegangen war. Aber so war ich eben, lebensmüde bis zum get-no. Mit Schrecken, dachte ich an den mir bevorstehenden Tag. Scheiß Schule. Scheiß Vortrag. Vortrag? Mist jetzt wusste ich was ich vergessen hatte. Ich stöhnte auf: „Oh Shit“. „Was’n?“, fragte Felix. „Ich hab den Vortrag vergessen.“, antwortete ich. „Idiot“, kam es von Felix. „Der Hoppke hat uns schon Verlängerung gegeben. Das erklärst du ihm gefälligst.“ „Muss ich ja wohl.“, sagte ich notgedrungen. Damit trollte ich mich zum Unterricht.

Schließlich kam dann Biologie bei Herrn Hoppke. Ich schlich bedrückt und nervös vor zum Lehrertisch. Herr Hoppke sah mich Streng an. „Sag jetzt nicht, ihr habt den Vortrag heute wieder vergessen“ „Doch“, meinte ich kleinlaut. „Es ist aber allein mein Schuld“, erklärte ich noch um Felix da herauszuhalten, wie versprochen, schließlich war es ja wirklich meine Schuld. Herr Hoppke lief rot an, er war wirklich sauer. Betont ruhig erklärte er dann: „Du bekommst dafür jetzt erst einmal eine Sechs. Es ist eine Teilnote. Du kannst sie mit eurem Vortrag aufpolieren. Solltest du oder ihr den Vortrag auch nächste Stunde vergessen, so bleibt die Sechs als volle Note stehen.“ Um den Ernst der Lage zu verdeutlichen presste er noch ein: „Haben wir uns verstanden?“ heraus. Ich nickte betreten und verschwand schnell und erleichtert zu meinem Platz. Felix fragte: „Und was sagt er?“ „Ich hab erstmal nur ’ne Teilnote, ’ne Sechs, kann die aber mit unserem Vortrag aufpolieren.“, erklärte ich. „Das solltest du auch dringend“, meinte Martina, die die Zensurenliste in meinem Hausaufgabenheft studierte, „Du stehst Drei Komma Sechs Sieben. Sieht übel aus.“ „Naja, Bio ist ja auch nicht mein Glanzfach und so ein Streber wie du, bin ich schon gar nicht.“, gab ich bissig zurück. „Ach leck mich doch“, meinte Martina. „Guten Tag, die Herrschaften“, begrüßte uns Herrn Hoppke und beendete damit unseren aufkeimenden Streit.

Nach der Stunde trennten sich glücklicherweise unsere Wege. Ich hätte ehrlich gesagt nicht an mir halten können, sondern definitiv weiter gestritten, was unsere Probe wirklich gefährdet hätte. Ich ging nun völlig in Gedanken zu meinem nächsten Unterricht. Deutsch. Schrecklich. Ich konnte mich nicht auf den Unterricht konzentrieren, meine Gedanken weilten die ganze Zeit bei Anja. Als mich Frau Meier-Klotz aufforderte die Jugendliebe von Johann Wolfgang von Goethe zu benennen, antwortete ich perplex: „Anja Weißhaupt.“ Alles lachte, es war voll peinlich. „Nein, nein“, sagte ich schnell, „war nur ein Scherz. Der hatte keine Jugendliebe.“, erklärte ich. Ich wurde eines besseren belehrt. „Er hatte sehr wohl eine Jugendliebe, die Literatur.“, wies mich Frau Meier-Klotz zurecht, „Ich würde ihnen raten, dem Unterricht zu folgen. Ansonsten sehe ich schwarz für ihre Eins.“ Auweia dachte ich. Meine Eins darf ich mir nicht versauen. Die hab ich mir zu hart erarbeitet. Also passte ich auf und voilà ich vergaß Anja für den Moment und meldete mich wieder aktiv mit.

Anja holte mich in Gedanken bald schon wieder ein. Als Felix und ich bei Aldi waren um die Getränke zu holen, War da ein Mädchen, das das gleiche Top wie Anja heute Morgen trug. Oh mist, dachte ich, wenn ich jetzt wieder nur an sie dachte, würde die Probe heut nichts bringen, aber wir mussten weiterkommen. Ich fragte Felix einfach frei heraus: „Sag mal, wie kann ich Anja aus dem Kopf kriegen? Ich komm sonst gar nicht erst mit Proben, weil das nichts bringt.“ „Keine Ahnung“, meinte Felix, „ich hatte noch nie ein solches Problem. Musste nachher mal Tine fragen, die hatte doch schon massig Freunde. Die weiß sicher ein Mittel gegen Liebeskummer.“ Ich überlegte. War das wirklich eine gute Idee Tine davon zu erzählen? Ich erinnerte mich nur zu gut an die Szene die heute Morgen im Bus stattgefunden hatte. Da hatten Tine und Felix gelacht. Doch ich schöpfte Hoffnung, schließlich hatte Felix jetzt ja auch ganz normal geantwortet. Ach man, ich wollt sie eigentlich nicht vergessen, ich liebte sie ja, aber manchmal musste man Prioritäten setzten. Mit Anja konnte ich immer noch mein ganzes Leben verbringen. Jetzt war erstmal unser Album und die neuen Titel wichtig. Und um dieses Ziel zu verwirklichen und zu erreichen, musste ich halt das Opfer bringen und die süße Anja eben ein paar Stunden vergessen. Schließlich wollte ich ja bei unserem Auftritt am Sonntag auch vor ihr glänzen. Aber bis dahin gab es noch so einiges zu tun. Erst einmal packte ich mit Felix die Flaschen und das Knabberzeug auf den Anhänger von seiner schwarz-roten Honda. Mann das war aber auch ne Menge. Würde schließlich dann auch für ein bis zwei Monate reichen.

Später, als wir den Anhänger entladen und alles verstaut hatten und wir gerade beim Check der Instrumente waren, bemerkte Martina: „Na an wen denkst du gerade?“ „Ich, wieso?“, fragte ich. „Na weil du so abwesend und doch glücklich wirkst.“ „Naja, du hast ja Recht, ich denk an Anja. Meinst du ich hab mich heute Morgen blamiert?“ „Aber voll, na ja aber sie hat es sicher nicht gestört, da bin ich mir ganz sicher.“, meinte Martina ernst. Da sagte Felix: „Das mit der Ablenkung funzt aber nicht, wir müssen heut vorankommen. Sag mal Tine, du hast doch bestimmt ein Allheilmittel gegen Liebeskummer für unseren Patienten hier, oder?“ „Doch stell dir vor, zufälliger weise hab ich eins dabei.“, erklärte Martina: „Nämlich Beschäftigung ohne Ende.“ „Hey“, warf ich ein, „ich hab voll die geile Idee für einen neuen Song, der geht über einen Typ, der sich nicht traut ein süßes Mädel anzusprechen. Aber am Ende mit voll dem ultra Happy End, dass sie sich beide dann doch noch kriegen und wenn sie nicht gestorben sind dann bla, bla, bla.“ „Hallo, Realität an Traumwelt, Erde an Calle auf Wolke Sieben, es geht nicht um Schnulzenhits sondern um coole groovige Hits.“, wehrte Felix gleich meinen Vorschlag ab. „Ich find das gar nicht mal so schlecht Felix“, meinte Martina, „wir könnten ruhig mal ein paar langsamere Songs schreiben. So richtig mit Gefühl und so.“ „Naja, genau das meine ich!“, erklärte ich begeistert. „Zumal ich da ja gerade voll in der richtigen Stimmung bin.“ „Tja nicht nur du“, meinte Martina grinsend, „ich hab auch grad voll das richtige Feeling.“ Felix hakte gleich nach: „Wer isses? Kenn ich den?“ „Keine Ahnung ob du ihn kennst“, grinste Martina, „ Er heißt Robert.“ „Oh man, sage mal Tine, biste so blöd oder tuste nur so? Es gibt doch Roberts wie Sand am Meer, selbst ich kenn schon… acht oder neun Roberts! Da können wir ja gar nicht wissen ob wir ihn kennen.“, erklärte ich ihr im Lehrerton. Sie kugelte sich schon vor lachen: „Das ist ja such der Sinn dabei ihr Volldeppen, oder meint echt ich sag euch wie mein Freund heißt und wer er ist, nach dem ihr mir den letzten ausgespannt habt, weil ihr ihm was weiß ich für Scheiße erzählt habt!“ „Hä??“, sprang ich drauf an. Felix meinte sofort: „Stimmt doch gar nicht.“ „Naja das hat er mir aber als Grund angegeben, weshalb er mich verließ.“ „Hey das darf doch wohl nicht wahr sein!“, schrie Felix, „Der hat sie doch nicht mehr alle, der geht dir mit Nadine der Fot… aus der Parallelklasse fremd und dann sagt er es dir noch nicht mal die Wahrheit und zieht uns damit noch voll rein.“ „Son Arsch alter“, sagte ich, „Ich glaub wir haben da noch mit jemandem zu reden. Oder Felix?“ knurrte ich. Ich war echt auf hundert achtzig. Und Felix erst. Doch bevor wir die Instrumente a la Hardrock zerschlugen, schritt Martina ein: „Oh sorry das hab ich nicht gewusst, ich glaub ich muss mich bei euch beiden Entschuldigen.“ „Oh nein du musst dich nicht entschuldigen, jemand anders wird sich demnächst entschuldigen müssen, bei uns und bei dir, auf allen Vieren wird er um Vergebung winseln.“, fantasierte Felix Und ich schloss mich an: „Jah … der Typ hat es echt nicht anders verdient. Ich meine der hat doch schon zig Mädchenherzen verletzt und macht weiter, das ist doch bescheuert!“ „Aber die Mädchen fallen trotzdem noch reihenweise auf ihn rein.“, ergänzte Felix. „Ist ja auch kein Wunder, bei seinem Charme, seinem Körper diesen Muskeln und seinem Geld, da ist es doch verständlicher Weise schwer zu widerstehen, oder?“ „Naja für ein Mädchen vielleicht, aber für mich … also ich kann da echt widerstehen!“, meinte Felix nur. „Ähm hey Leute, ich glaub wir kommen vom Thema ab, wir wollten hier doch eigentlich proben, und mittlerweile ist es schon fünf und ich für meinen Teil, muss um zehn zu Hause sein. Also haben wir grade mal noch fünf stunden, was herzlich wenig ist … also in Anbetracht unserer bevorstehenden Arbeit!“ „Ach du heilige Scheiße, du hast ja recht!“, fluchte Martina. „Ach nee, echt?“, gab ich ironisch und verstimmt zurück. „Mann dann lasst uns Proben.“, kam es von Felix, der am Schlagzeug saß und den Takt anzählte: „die Crazy Drei auf Vier, eins … zwei … eins zwei drei vier …“ Und endlich probten wir unsere Songs durch und verwirklichten die Ideen für zwei neue Titel. Irgendwann Martina ich auf die Uhr: „Ach  du heilige Neune, ist das spät, man das ist kurz vor Eins!“ „Oh scheiße“, brachte ich hervor, „das gibt Stress! Ich glaub ich kann gleich zum Leichenbestatter fahren.“ „Nicht nur du. Meine Alter hat gesagt, dass wenn ich noch einmal zu spät von der Probe komme dann gibt er mir Hausarrest und ich kann das nächste Konzi vergessen!“ „Nix wie los Leute“, rief Martina und wir rafften hektisch unsere Sachen zusammen und verließen überstürzt den Proberaum. „Bis Morgen“, rief uns Martina zu die zur Bushaltestelle rannte. Falls es uns morgen noch gibt!“, rief Felix ihr hinterher. „Na dann haun se mal, ich muss zusehen dass ich nach hause komm.“, verabschiedete ich mich von Felix. Der lachte: „Wer muss das nicht ... na dann … war sauschön mit dir gewesen, wir sehen uns in der Hölle!“ Und weg war er. Ich aber auch. Ich fuhr zügig nach hause und überlegte was ich noch tun könnte um Mama und Papa gnädig zu stimmen. Ich wusste es nicht. Ich dachte: „Argh … son Mist, Katja wird sich über mich totlachen, von Respekt lernen sind wir dann wohl weit entfernt. Ach sone Scheiße, Scheiße, Scheiße!!!“ Dann regte ich mich in Gedanken über Gott und die Wissenschaftler auf, warum die so was Beschissenes wie die Zeit und die Uhr erfunden oder geschaffen hatten. Ja klar, eindeutig, die hatten die Langzeitfolgen nicht bedacht und deshalb entstanden heutzutage immer solche schönen Situationen, wie die, in der ich  mich befand. Oder so was TOLLES wie Schulstunden oder Arbeitszeiten! Ich fand dass das so ziemlicher Müll war! Ja, Müll, ganz genau. Aber das half mir nun auch nicht weiter.

Mittlerweile hatte ich unser Haus erreicht und sah, dass alle Fenster dunkel waren. Sollte ich wirklich solches Glück haben, das meine Eltern schon pennten und ich mich so noch unbemerkt einschleichen konnte?? Naja es war ja auch immerhin schon halb zwei.




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